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Fußball Stammtisch Hamburger SV-Frankfurt: Nachhilfe in Transfer



heute kommt die Eintracht aus Hessen zu Besuch in die Imtech/Gouda-Arena und will 3 Punkte mitnehmen, was nicht so unmöglich erscheint. Denn Frankfurt gehörte 1.) noch nie zu den “Lieblingsgegnern” des HSV und hat sich 2.) außerdem heimlich, still und leise auf den vierten Tabellenplatz gearbeitet. Das letzte Spiel gegen die Frankfurter ging ziemlich sang- und klanglos verloren und war ja auch wieder das erste Spiel des teuersten Einkaufes der Vereinsgeschichte, Senor v.d.Vaart. Heute veröffentlichte das Hamburger Abendblatt auf S. 35 eine Leistungsgegenüberstellung van der Vaarts von 2007 im Vergleich zu 2013.

Überraschenderweise schoss der damals junge van der Vaart für den HSV mehr Tore, gab mehr Torvorlagen und verwandelte mehr Freistöße. Welch ein Erkenntnisgewinn, dass ein offensiver Fußball-Spieler mit 24 Jahren agiler und erfolgreicher spielt, als mit 30 Jahren….Dankenswerterweise hat es die Firma Castrol Edge noch in normative Daten gefasst. Und ob man das überhaupt von einer Saison zur anderen vergleichen kann, wenn das Mannschaftsgefüge drum herum sich ändert….

Jedem Fußball-Interessierten ist wohl klar gewesen, dass ein “Rafa” kein Messi ist und nicht primär als Spielgestalter, sondern wohl eher als Persönlichkeit und als Mannschafts-Motivator von der Ersatzbank von Tottenham zurück in den aktiven Dienst nach Hamburg kommt. Da kann man sich dann nur trefflich darüber streiten, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt und ob unter sportlich-wirtschaftlichen Überlegungen dieser Transfer gerechtfertigt war.

Im Transfer-Geschäft hatte der Hamburger SV in letzter Zeit ja nicht so ein “glückliches Händchen”:

Spieler, die der Verein gerne abgegeben hätte, wurden teuer eingekauft und liegen nach wie vor als “Ladenhüter”  in der Auslage, trotz großen “Sale” und “%”-Schildern um den Hals (Berg). Spieler, die der Verein kaufte, brachten nicht die erwarteten Impulse oder sind schneller weg, als man sie spielen sehen kann (Scharner). Junge Talente, die der Verein gerne gehalten hätte, sind plötzlich weg (Ötztunali).

Gerade das ist dreifach ärgerlich, denn hier geht ein Spieler, der als Schwiegersohn von “uns Uwe” Seeler eine klare Bindung zum Verein und zur Stadt hat, durch seine Wurzeln integrativ wirken kann und als junger, hochgradig talentierter Perspektivspieler nun dem Hamburger SV schlicht fehlt. Letztendlich hat hier die Nachwuchsförderung des Hamburger SV wohl noch deutlich Potenzial nach oben, wenn es nicht einmal gelingt, einen mit der Stadt und dem Verein verwurzelten jungen Spieler zum Bleiben zu bewegen. Schade und wirklich 3-fach ärgerlich.

Ach ja, der Fußball Stammtisch im Nachhilfe News Blog wurde nun schon öfter gefragt, warum wir häufig negativ berichten würden. Tja, “Lobhudelei” ist für uns nicht so interessant, denn an den “guten Sachen” muss nichts verändert werden. Aber die Dinge, die nicht “rund” laufen, die sollte man verbessern und optimieren und sich kritisch darüber austauschen. Der eigentliche Grund ist daher ganz einfach: Wir mögen den Hamburger SV und die Stadt Hamburg und bringen Beiden Sympathie entgegen! Wir wollen, dass der HSV erfolgreich in der Bundesliga agiert. Die Freie und Hansestadt Hamburg verdient einen erfolgreichen Fußball-Verein! (ein bisschen Lokalpatriotismus darf es doch wohl sein…). Also möchten wir, das das vorhandene Potenzial der Stadt und des Vereins ausgeschöpft wird und sich die Entscheider Gedanken machen, was hier besser gemacht werden kann. Nur wer optimiert, wird dauerhaft erfolgreich bestehen können. Und das gilt nicht nur für den Fußball…

Und eine “Unkerei” schließen wir dann gleich noch mal an: Unser “Hamburger Adler” ist wieder “Bundesadler” und steht am 6.2.2013 im Länderspiel gegen Frankreich im Tor. Das macht sicher den HSV-Sympathisanten auch ein bisschen stolz. Hält dieser Zustand an, könnte die Folge jedoch sein, dass damit Rene Adler für einen gewissen südlichen deutschen, in rot spielenden Verein ein “must Buy” wird, denn der National-Torhüter spielt nun mal beim FC (so würde man das in München vielleicht formulieren wollen). Ab einer gewissen Summe könnte der Hamburger SV da wohl nicht mehr mithalten. Da nützen dann wohl alle “Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund”-Apelle nichts mehr und ein Adler fliegt schon im Sommer 2013 oder erst im Winter gen Süden…Aber das ist (noch?) Fiktion und hoffentlich (!) nicht eintretender “Worst Case”.

Nun aber mal zum Spiel heute Abend zur TOP-Spiel-Zeit:

Unser Hamburger SV wohl so: Adler – Diekmeier, Bruma, Westermann, Jansen – Badelj – Arslan, Aogo – van der Vaart – Rudnevs und “Moin, miehn” Son, die Eintracht läuft auf mit: Trapp – S. Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka – Schwegler, Rode – Aigner, Meier, Inui – Lakic. Zum Pusten kommt der Felix aus der “Problem-BER-Stadt im Osten” angereist.

Zum Spiel und Fazit:

Gegen nicht aufregend, aber fast immer sicher und exakt kombinierende Frankfurter tut sich der Hamburger SV sichtlich schwer, schon in der 8. Minute kommt Lakic zum Kopfball, der nur knapp am rechten Pfosten vorbei rauscht. In der 21. & 35. Minute klappt’s dann für die Eintracht besser: einmal Lakic per Grätsche, einmal per Aufsetzerkopfball, zweimal völlig frei im 5m-Raum(!): 0:2 Halbzeit.

Die zweite Halbzeit beginnt der Hamburger SV zwar agiler, aber ohne Plan. Trotz später 3 Stürmern auf dem Platz gelingt kein Treffer. Die Hamburger Versuche landen entweder im Nirwana, oder Trapp fängt diese sauber weg (Son, Westermann und Berg in der 91. Minute). Der Eintracht reichen 4 Chancen, um 2 Tore zu machen, der HSV hat 12 Chancen und macht kein Tor. Schlusspfiff.

Fazit:

Langsam ist der Spielaufbau der Rothosen, grad wie ein 190er Diesel. Gemächlich wird der Ball quergeschoben (offensive Anspielstationen fehlen, weil sich keiner freiläuft), bis die Laufwege von den Frankfurtern zugemacht worden sind. Als letzte Variante kommt dann der lange (häufig zu lange) hohe Ball in die Spitze. Der Rest der Spieler schaut dann zu, wie der Gegner wieder in Ballbesitz kommt. Mechanisch (und wohl noch dampfgetrieben?) erfolgt dann das Umschalten auf die Defensive und man trabt gemächlich zurück….Spiel ohne Ball fehlt, keine saubere Raumzuordnung, das Umschalten dauert zu lange, keine Spiel-Varianten in der Offensive. Die einzelnen Spieler “bleiben häufig in ihrer Komfortzone”, handeln eigensinnig und teilweise überhastet ohne Blick für den besser postierten Nebenmann. Und bloß keine langen Wege gehen….

Das Prädikat “Besonders wertvoll” hat sich heute die Nordkurve verdient, die trotz des Gegurkes tapfer und unermüdlich 90 Minuten das eigene Team unterstützten.

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Dieser Artikel wurde am 2. Februar 2013 von Kai Pöhlmann geschrieben.
Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar. Google+


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