Fußball Stammtisch Hamburger SV in Freiburg-Nachhilfe im Fliegen
Heute geht’s für unsere Rothosen nach Süden in den Breisgau zu den Freiburgern, auf das “kleinste Fußballfeld der Liga”. Hach, was für eine aufregende Woche liegt da hinter der Bundesliga und dem dem HSV Hamburg. Erst hatte “uns Uwe” am Montag Geburtstag- wie immer am 5.11., dann gibt es Wechselgerüchte aus dem Südwesten um den Fußball-Manager Klaus Allofs, der evtl. samt Schaaf die Magath-Lücke beim VFL stopfen soll und schlussendlich klingelte das “Handy” (=schwäbische Abkürzung für Mobiltelefone: “Hän die koi Schnürle dran?”) unseres “See-Adlers”: Am Telefon war die Bundes-Flugaufsicht in Person unseres Bundes-Köpkes, die ihm die Lizenz zum “Bundes-Adler” nach zwei Jahren Absenz wieder erteilte. Der Adler fliegt also wieder und ist auch wieder gelandet. Sicher nicht unbedingt eine falsche Entscheidung des in die leise Kritik geratenen Bundestrainers
.
Trotz der Höhenflüge wurde bei unserem Hamburger SV natürlich unter der Woche nahezu täglich “fleißig” trainiert -so fette 60 Minuten am Stück- Kräfte muss man ja schonen… und der eine oder andere spekuliert schon, ob der Trainerstab wohl der richtige sei. Auch in einem professionellen Geschäftsverhältnis ist es sicherlich förderlich, wenn auch “die Chemie” zwischen Trainer und Spielern stimmt. Aber das wird wohl im Fußball zwischen einem Trainer und einem ca. 22-30-köpfigen Profi-Fußball-Mannschaftskader wohl kaum bei und mit jedem Spieler zu erreichen sein. Das ist wie in jedem anderen Arbeitsverhältnis und in jeder Firma eben auch so in einer BL-Mannschaft. Auch da kann nicht jeder mit jedem gleich gut.
Hier setzt nun das ein, was nach Ansicht des Fußball Stammtisches Nachhilfe News Blogs mit die Kernaufgabe eines Trainerstabes ist: Führung.
Eine Bundesliga-Mannschaft spielt nicht in erster Linie Fußball, um die Fans auf den Rängen zu entzücken -das ist gelegentliches schmückendes Beiwerk eines Spieles (Ja, die Wahrheit kann hart sein…), sondern es ist ein knallhartes Wirtschaftsunternehmen: Es geht um schnöden Mammon=Gewinn über’s Gewinnen von Spielen, um das “Überleben” des Fußball-Unternehmens in der Liga zu sichern. Nur wenn eine Führungskraft im Fußball (sprich Trainer) erfolgreich (nach der jeweiligen Erwartungshaltung eines Vorstandes) ist, hat dieser eine Existenzberechtigung im jeweiligen Verein.
Führung kann also -auch im Fußball- schlicht auf “Erfolg” reduziert werden. Der Gesamterfolg ist natürlich bei den Fußballvereinen jeweils unterschiedlich zu definieren: Für den FC Bayern ist der Klassenerhalt wohl kein “Erfolg”: Jupp Heynckes müsste wohl schon gehen, wenn die Bayern wieder “Vize-Bayern” werden würden.. Für den VFL Wolfsburg wäre Klassenerhalt wohl diese Saison schon ein “Erfolg” für den (zukünftigen) Trainerstab.
Um diesen individuellen Erfolg für den jeweiligen Verein zu produzieren, muss eine Führungskraft generell einige Kernbereiche “beackern”: Kosteneffizient handeln, die Zukunftsfähigkeit (der Mannschaft) sichern, Konflikte ausregeln, die Zusammenarbeit organisieren und Mitarbeiter führen und leiten. Das Endergebnis für einen Trainer wäre dann also mal nach Dr. R.K. Sprenger zitiert: “Nicht die elf Besten aufstellen, sondern die beste Elf” (Sprenger: Radikal Führen 2012, S. 89).
Wie hier im Blog schon erwähnt, funktioniert Fußball erfolgreich nur im und als Kollektiv: Nur das optimale Kollektiv ist auf dem Platz erfolgreich und erzeugt Synergieeffekte.
Stimmen im Spiel dann Laufwege und Zuspiele nicht, ist der bestmögliche Einsatz der Spieler auf dem Platz nicht da, werden Tore vorne nicht geschossen, sondern hinten kassiert, gibt es in der Managementlehre hierfür klare Zuständig- und Verantwortlichkeiten. Eben viele Baustellen und Handlungsaufträge für einen Trainer und das Management/den Vorstand eines Vereines….denn diese zeichnen letztendlich immer verantwortlich für das schnöde Zahlenwerk auf der Stadion-Anzeigetafel am Ende der wöchentlichen 90 plus x-minütigen Leistungsüberprüfung auf dem grünen Rasen
Unser Hamburger SV heute mit: Adler – Diekmeier, Scharner, Westermann, Jansen – Badelj, Arslan – Son, van der Vaart, Beister – Rudnevs, die Freiburger wohl so: Baumann – Mujdza, Krmas, Diagne, Sorg – Makiadi, Schuster – Schmid, D. Caligiuri – Freis und Ex- Paulianer Max Kruse. Den schwarzen Mann für die traurigen Fälle gibt heute der Günni aus Pullach
Fette 28 Seiten Spielstatistiken für den ambitionierten Volkswirt gibt’s hier. Das letzte Treffen mit den Freiburgern ging bekanntlich nicht optimal aus Hamburger Sicht aus. Mal schauen, ob unser René Adler heute wieder Nachhilfe im Fliegen (=Retten) von seinen Vorderleuten bekommt
Zum Spiel:
Die “Badenova-Arena” macht Ihrem Namen heute alle Ehre, dagegen ist selbst Hamburger Schmuddelwetter ein zartes Tröpfeln: Es kippt wie aus Kübeln. Der HSV (heute wohl als Wetter-Animation) in Himmelblau sieht zunächst etwas besser in der Wasserschlacht aus, ohne das wirklich konstruktiv in Tore ummünzen zu können. Diverse gute Gelegenheiten lassen Son, Beister, van der Vaart und Scharner in den ersten 20 Minuten liegen. Scharner ist extrem motiviert im Spiel und sieht in der 34. Minute schon Gelb-Rot von Perl nach taktischem Sperren ohne Ball-hart aber fair. Zum Glück strahlt Freiburg nach vorne trotz des schnellen Linksaußen auch nicht wirkliche Torgefahr aus. Zur Halbzeit 0:0
Nach dem Platzverweis ist der Hamburger SV logischerweise devensiv ausgerichtet und nach vorne kommt von den Himmelblauen praktisch nichts mehr, dafür lassen unsere Weißhosen aber auch hinten gegen die “Badenser” wenig zu. Schluss
Fazit:
Die Freiburger konnten heute Quantität (ein Mann mehr) nicht in Qualität (Tore) umsetzen. Der Hamburger SV zeigte eine so selten gesehene geschlossene mannschaftliche Leistung.
Ein jeder ackerte heute für den anderen mit (so wie es eigentlich immer sein sollte), auch Ansätze eines konstruktiven Spielaufbaues nach vorne waren vorhanden. Die Leistungsträger auf dem Platz gingen alle mit gutem Beispiel voran, keiner fiel so wirklich ab und auch ein Herausheben einzelner Spieler wäre heute schwer (vielleicht ein van der Vaart als so bisher selten gesehener aufopferungsvoller Defensivfighter, Westermann als nationalmannschaftstauglicher Abwehr-Organisator und den heute nahezu fast arbeitslosen Adler (natürlich…) auf Grund seiner grandiosen Parade in der 81. Minute. Er sollte nur im Gespräch mit dem Gegner nicht so wild mit den Armen gestikulieren
).
Auf Grund der Unterzahl und der nahezu fehlerfreien Devensivleistung als Mannschaftskörper hat der HSV heute verdient einen Punkt mitgenommen.
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Dieser Artikel wurde am 10. November 2012 von Kai Pöhlmann geschrieben.Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar. Google+
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