Fußball Stammtisch Hamburger SV-Mainz. Nachhilfe in Zweikampf?
Heute kommen die Karnevalisten aus Mainz mit ihrem lustigen Obernarren Tuchel in den Hamburger Volkspark.
Ein “lustiger Obernarr” ist Thomas Tuchel natürlich nur während der Mainzer Karnevalszeit. Und ist ein nicht nur fußballerisch fittes Köpfchen: Neben dem Trainerschein (Fußballlehrer) ist der Gute auch noch Diplom-Betriebswirt, was ihn dem Fußball Stammtisch im Nachhilfe-News-Blog nicht wirklich unsympathischer macht
Und noch dazu Preisträger des DFB 2011 für herausragende Trainerleistungen…
Die Mainzer sind zur Zeit gut drauf, haben sie doch im Sturm jemanden, der mit schöner Regelmäßigkeit trifft: Den Adam aus Ungarn. Da hat unser Lette Rudnevs noch Potenzial nach oben, um an die bisherigen 8 Treffer von Szalai heran zu reichen…Die Gesamtbilanz des Hamburger SV gegen die Mainzer ist nahezu paritätisch: 4:3 Siege für den HSV und 5 Remis in den 12 Treffen der Beiden. In der letzten Begegnung in Hamburg trennte man sich “torreich” 0:0 Die Mainzer sind eine sympathische Truppe, spielen doch mit Choupo-Moting und Ivan Klasnic dort auch zwei “Hamburger Jungens”.
Der Hamburger SV hat ja im letzten BL-Spiel gegen Freiburg ein engagiertes Auftreten gezeigt und ging mutig und beherzt in die Zweikämpfe, welche auch gelegentlich gewonnen wurden. Selbst ein van der Vaart zeigte sich mal als akribischer “Grasnarben-Inspektor”. Die sogenannte Zweikampfquote ist natürlich für Freunde stochastischer Methodika und statistisch orientierte Volkswirte für den eigenen Erkenntnisgewinn immer wichtig. Aber wird die Zweikampfquote als Indikator für erfolgreiches Spiel bei Offensivspielern nicht ein wenig überschätzt?
Optimales Fußballspielen bedeutet im Regelfall, den Ball immer dort zum eigenen Mann/Frau zu spielen. Am besten dorthin, wo sich gerade kein gegnerischer Spieler in unmittelbarer Nähe befindet. Der eigene Mann sollte sich also möglichst “frei” laufen, damit ihn ein solches Zuspiel auch erreichen kann. Muss dieser eigene Offensivspieler/Stürmer nach dem Zuspiel in einen Zweikampf eintreten, sind entweder seine eigenen Laufwege oder das Anspiel nicht optimal gewesen.
Somit können Zweikampfquoten oder “Zweikampfschwäche” auch mit Indikatoren für fehlendes “Spiel ohne Ball” und mangelhafte Zuspiele sein und drücken nicht zwingend einen “Durchsetzungsmangel” eines einzelnen Stürmers aus.
Mehr Aufschluss über Mängel eines einzelnen Spielers würde eine “Ballverliebtheitsquote” geben (Der HSV-Sympathisant denkt hier schaudernd an den mittlerweile für die Wiesenhof-Hähnchen kickenden Eljero Elia zurück: Technisch begnadet, aber mannschaftsuntauglich) : Wie lange hält ein einzelner Spieler den Ball in Relation zur Spielzeit, bevor er ihn abspielt? Das ist im heutigen Leistungsfußball schlicht ein, wenn nicht DER Indikator für erfolgreiches Spiel, da es den Spielern der gegnerischen Mannschaft immer die nötige Zeit verschafft, sich optimaler zu positionieren und Lauf- und Passwege zuzustellen.
International erfolgreiche Mannschaften bemühen sich daher um sogenanntes “One-touch”. Im Handball liegt diese “Ball-Haltequote” (natürlich) auf Grund der schnelleren Spielweise und des kleineren Feldes im arithmetischen Mittel sogar unter einer Sekunde….
Hamburger SV: Adler – Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen – Badelj, Arslan – Son, van der Vaart, Beister – Rudnevs 1. FSV Mainz 05: Wetklo – Pospech, Svensson, Noveski, Junior Diaz – Kirchhoff – Polanski, Soto – Ivanschitz – N. Müller, Szalai, in die Regel-Fanfare pustet heute Preuße Daniel Siebert aus “Böhrlin”
Spielbericht und Fazit:
Der HSV heute in der ersten Hälfte eher passiv und abwartend, in der zweiten mit etwas mehr Engagement und Zug nach vorne, ohne wirklich klare Chancen herausspielen zu können. Wenig Bewegung auch ohne Ball heute beim Hamburger SV (siehe oben), keine Kombination über mehr als 2-3 Stationen klappt und alles wirkte irgendwie zerfahren. Die Mainzer stellen allerdings gut die Räume zu und schalten schnell in die Offensive. Wie gut für den HSV, dass Kirchhoff, der mehrfach frei zum Schuss kam, heute kein Zielwasser getrunken hatte und auch Szalai und Malli (76. Min.) blieben glücklos.
In der 63. Minute kann “moin, mien Sohn” aus 5m zum glücklichen 1:0 abstauben (Abseits?, vorher ja, aber passiv…). Danach passierte nicht mehr viel Erwähnenswertes. Die Abwehr des Hamburger SV hielt heute stand, heraus gespielte HSV-Chancen waren wie stets Mangelware, Beister muss dringend Schusstechnik trainieren….Jansen hatte heute 100-stes Spiel-Jubiläum, aber die Spielweise entsprach nicht dem Anlass, was er aber heute durchaus mit dem Rest der Mannschaft gemein hatte…
Der Hamburger SV schaukelt gegen unorganisierte Mainzer glanzlos drei wertvolle Punkte nach Hause und bleibt in der eigenen Zielvereinbarung “7 Punkte aus den nächsten 3 Spielen”. Vier sind “im Sack”, nächste Woche müssen nochmal 3 her, dann passt’s
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Dieser Artikel wurde am 17. November 2012 von Kai Pöhlmann geschrieben.Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar. Google+
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