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Fußball Stammtisch Hamburger SV-Stuttgart: Nachhilfe in Bescheidenheit



Heute geht’s für den Hamburger SV nach “Stuhgard” zu den Schwaben mit Ihrem in Hamburg noch wohlbekannten “Spielerflüsterer” und “Frauenversteher” Bruno Labbadia, von manchen Hamburgern während seiner Zeit in Hamburg auch gerne gelegentlich “Laber-Diva” genannt. Für die jungen HSV-Sympathisanten: Der gute Bruno war nicht mal ein Jahr beim Hamburger SV, startete zwar in der Hinrunde ganz gut und verlor in der Rückrunde fast jedes wichtige BL-Spiel. Das Euro-Cup Heimspiel gegen Fulham wurde nicht gewonnen und nach der nächsten Niederlage gegen Hoffenheim kam am 26.4.2010 dann für Bruno das endgültige Aus. Entscheidend für den Rauswurf waren wohl weniger die Niederlagen, als die Art und Weise, wie diese Niederlagen zustande kamen und die sich anschließenden Trainer-Kommentare.

Modern-euphemistisch würde man formulieren: “Basis, Mannschaft, Vorstand und Trainer hatten unterschiedliche Auffassungen in der spielerischen Ausrichtung” oder klarer: “Der Trainer hat die Mannschaft nicht erreicht”.

Immerhin war der Hamburger SV so freundlich, Bruno eine Mio € für’s Kommen und eine Mio € für’s wieder Gehen zu bezahlen. Für 9 Monate sind € 2 Mio plus Trainergehalt wohl nicht so schlecht… In der freien Wirtschaft werden Menschen mit Führungsverantwortung durchaus erfolgsabhängig bezahlt, aber der Hamburger ist ja tolerant und kartet nicht nach….

In Stuttgart kommt unser Ex-Bruno wohl besser klar und die Hamburger Bilanz gegen die Stuttgarter ist in den letzten Spielen nicht wirklich rosig. Bei der letzten Begegnung in Hamburg räumten mal wieder die Schwaben die drei Punkte ab und trotz des Euro-Aus diese Woche scheint das Mannschafts-Kollektiv hier momentan besser zu funktionieren, als beim Hamburger SV.

Allerdings gibt es kein Bundesliga-Team, gegen das der Hamburger SV in der BL-Geschichte öfter gewonnen hätte :-)

Leider hat gestern der BVB gegen die Russen-Kicker keine Schützenhilfe leisten können, Mainz hat gewonnen, die Bremer haben gegen die Borussen erwartungsgemäß auch nicht viel gerissen und die Hannoveraner könnten zu Hause gegen Veh & Co punkten, wodurch sich der Hamburger SV vor dem heutigen Spiel nicht mehr in den Euro-Rängen der Tabelle wiederfindet, sondern -uups- wieder im Mittelfeld steht. Soviel zur Euro-Träumerei….

Torte Fink übt sich daher in (taktischer) Bescheidenheit und will es daher heute etwas defensiver angehen lassen, vielleicht mit nur einer Spitze. Besser is’ das wohl… Außerdem droht Abwehr-Organisator Westermann mit Wadenproblemen auszufallen. In der ohnehin nicht sattelfesten HSV-Defensive nicht unbedingt leicht zu verkraften und ganz vorne könnte Beister seine Chance bekommen…

Unser Hamburger SV mit: Adler – Diekmeier, Bruma, Westermann, Jansen – Rincón, Badelj – Skjelbred, van der Vaart, Aogo – Rudnevs oder evtl. Beister. Die Stuttgarter wollen mit: Ulreich – Niedermeyer, Tasci, Rüdiger, Boka – Kvist – Harnik, Gentner, Holzhauser, Traoré und Ibisevic die drei Punkte zu Hause behalten. Pusten tut der Pfälzer Christian Dingert.

Zum Spiel:

Die gute Nachricht: Westermann kann spielen. Die ersten 20 Minuten sehen einen Hamburger SV mit ansprechenden Zuspielen und einen VFB, der sich auf eigenem Platz auf Standards und Konter verlässt. In der 12. Minute versemmelt Rudnevs 4m vor dem Tor nach schöner Kopfballvorlage von van der Vaart die beste Chance der Rothosen in Preußisch-Blau. Es bleibt wohl sein Geheimnis, warum der den a) köpfte und b) am Tor vorbeidrehte… In der 15. Minute rettet Adler brillant gegen einen Holzhauser-Freistoß, den Jansen mit einem Handspiel 22m vor dem Tor verursachte.

Nach gut 20 Minuten verflacht die Partie und der Hamburger SV ist wieder zurück bei unkontrollierten, langen Bällen nach vorne und erschreckend ungenauen Zuspielen, die sich häufen. Wenn beim Hamburger SV was läuft, geht’s über die linke Seite: Jansen ist offensiv hoch aktiv, defensiv patzt er gelegentlich. Aogos Flanken gehen ins Nirwana. Im Mittelfeld ist Badelj heute die Entdeckung der Langsamkeit. Die sich nun häufenden Gelegenheiten für die Stuttgarter bleiben entweder harmlos oder der heute wieder in guter Form spielende Adler fängt sie gottlob weg. Halbzeit.

Wie wir wissen, beherrscht Torte Fink das Motivations-Instrument der Halbzeit-Kabinenansprache und der Hamburger SV kommt frisch beseelt aus der schwäbischen Gästekabine. In der ersten Halbzeit lief alles über links, das Tor für den HSV kommt jedoch über rechts: Nach einer tollen, butterweichen Flanke von Diekmeier nimmt Rudnevs die Pille ansatzlos volley und hämmert diese unhaltbar für Ulreich aus 15 Metern unter die Latte. Was für ein Ding! Ohne Frage ein “TdM”. Es entwickelt sich ein nettes Spielchen. Stuttgart wird agressiver, die Fouls häufen sich. In der 68. Minute ist es Adler, der den wuchtigen Kopfball von Ibisevic aus 7 Metern um den Pfosten zirkelt, in der 90. Minute kann Bruma retten. Schluss, aus, drei Punkte gehen nach vier Minuten Nachspielzeit nach Hamburg :-) .

Fazit:

Der Hamburger SV steigt in der Tabelle nach oben und gewinnt wahrlich nicht unverdient im Schwabenländle. Auch mit der Unterstützung der über 90 Minuten unermüdlich laut anfeuernden Hamburger Fans!

Die Rothosen spielten besonders in der zweiten Halbzeit schlicht schlauer und ließen aus einer heute wirklich stabilen Defensive (!) wenig zu. Die Schwaben hatten noch Glück, dass Testosteron-Junkie Boka mit seinen üblen Fouls u.a. gegen Skjelbred und van der Vaart dank des Langmutes (oder Blindheit?) von Schiri Dingert ohne Karte blieb.

Einige Einzelkritiken:

Adler: Back to Formhoch. Heute oft der Retter. Danke

Westermann: wie fast immer hinten eine Bank bis zur Auswechselung. Vorbild!

Bruma: Fügte sich gut wieder ein. Ein Gewinn!

Jansen: Offensiv hui, nach hinten pfui…

Rincon: Machte defensiv den Stuttgartern das Leben schwer

Badelj: Extrem viel Licht und viel Schatten…

Aogo: Wenn er jetzt noch Präzision in seine Flanken bekommt, ist er im Mittelfeld ein echter Bringer

Diekmeier: Seine Flanke war heute der Türöffner zu drei Punkten

Van der Vaart: War mit dabei…

Son: heute eher Farblos

Skjelbred: Man of the match: Intelligentes, aufopferungsvolles und agiles Spiel

Rudnevs: Sein Mut zahlt sich aus mit einem “goldenen Schuss”

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Dieser Artikel wurde am 10. März 2013 von Kai Pöhlmann geschrieben.
Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar. Google+


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