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Nachhilfe in Wirtschaft: Griechenland, eine satirische Betrachtung



Den Griechen geht’s schlecht: Keine Liquidität mehr, um hohe Renten zu finanzieren, keine Mittel mehr, um ein 13. und  14. Monatgehalt zu zahlen: Angestellte in Griechenland zahlen 6,7 % ihres Lohnes in die Rentenkasse. Hierzulande sind es knapp 10 %.  Renten in Griechenland betragen bis zu 95,7 % des letzten Gehaltes. Die Deutschen (Arbeitnehmer bis Beamter) bekommen lediglich ca. 43 -63%. Hier könnte in Deutschland mal nachgebessert werden.

Irgendwie lief’s beim Beitritt zum Euro ja auch nicht ganz sauber: Die Stabilitätskriterien wurden Cirtaki-berauscht und Ouzo-geschwängert schöngerechnet & wir haben’s geglaubt. Hach, wir mögen ja die Griechen. Lecker Bifteki, Metaxa und Mousaka. Ein nettes Völkchen. Immer lustig, offen und gastfreundlich, solange wir das Geld mitbringen. Nu gibt’s 110 Milliarden. Im ersten Angang locker 22,336 Milliarden Euro von den deutschen Steuerzahlern. Na ja: zuerst nur als Kreditbürgschaft… Griechenland hat im Gegenzug “drastische” Sparmaßnahmen beschlossen (Tagesschau.de):

Im staatlichen Sektor werden die Gehälter um acht Prozent gekürzt. Bereits im März waren sie um sieben Prozent reduziert worden. Für Staatsbedienstete mit Bruttolöhnen ab 3000 Euro fällt das 13. und 14. Monatsgehalt weg. Wer weniger verdient, bekommt pauschal 500 Euro zu Weihnachten, 250 Euro zu Ostern und 250 für seinen Urlaub. Zudem soll auf unbestimmte Zeit niemand mehr im staatlichen Sektor eingestellt werden. Die öffentlichen Investitionen werden um 1,5 Milliarden Euro zurückgefahren. Die Verkleinerung des Staatsapparats soll eine weitere Milliarde Euro einsparen.

Keine Frühpensionierungen mehr

Rentner, die mehr als 2500 Euro an Bezügen erhalten, sollen ihre 13. und 14. Monatsbezüge verlieren. Alle anderen sollen Weihnachten 400, Ostern 200 sowie für Urlaub 200 Euro bekommen. (Ostergeld???  Beckenbauer hätte wahrscheinlich gesagt: Jo mei, is’ denn heut’ scho’ Weihnachten?)

Frühpensionierungen vor dem 60. Geburtstag soll es nicht mehr geben. Bis 2015 wird die Lebensarbeitszeit, die zum Bezug der vollen Rente berechtigt, schrittweise von 37 auf 40 Jahre angehoben. (Wenn man in Deutschland nach der 10. Klasse anfängt zu arbeiten, ist man 16/17 Jahre alt.  Plus 40 Jahre Arbeit heißt dann: Mit  57 Jahren in Rente mit vollen Bezügen :-) ). Die Renten werden dahingehend gekürzt, dass ihre Höhe das ganze Arbeitsleben und nicht das Einkommen der letzten Berufsjahre widerspiegelt (Ach, das war vorher anders in Griechenland?)

Sondersteuer auf hohe Einkommen

Die Mehrwertsteuer wird von 21 auf 23 Prozent erhöht. Sie war bereits im März um zwei Punkte erhöht worden. Die Steuern auf Tabak, Spirituosen und Kraftstoff steigen um zehn Prozent. Schon zuvor war beschlossen worden, dass Immobilien sowie Luxusgüter wie Autos und Jachten höher besteuert und hohe Einkommen mit einer Sondersteuer belegt werden. Auch die Steuer auf Gewinne aus Glücksspielen soll steigen. Für illegale Bauvorhaben wird fortan eine Strafsteuer fällig. Insgesamt sollen die Erhöhungen in den kommenden zwei Jahren 7,8 Milliarden Euro in die Kassen spülen.

Zur Erinnerung: Griechenland hat ein Staatsdefizit von ca. 300 Milliarden Euro und Steuerhinterziehung soll dort nach -einigen unseriösen Quellen- ja ein Volkssport sein….und wieviele Griechen haben eigentlich einen Hubschrauber, eine Yacht oder Immobilien im Wert von mehr als 5 Mio Euro?

Der Teutone ist ja in erster Linie Europäer und schon seit längerem hochgradig solidarisch:  Klar wollen wir den Griechen helfen. Gerne auch mit unserem Geld. Die Deutschen und die EU  sind ja -so manche griechische und deutsche Politiker- eh’ mit schuld an der griechischen Misere: Da war ja noch was im letzten Krieg und schließlich kaufen die Griechen ja auch deutsche Produkte und stärken so die deutsche Wirtschaft und sichern somit hier die Arbeitsplätze. Aber muss man deswegen auch gleich das Geld mitliefern? Eigentlich läuft Ökonomie doch anders…

Außerdem hat die griechische Bevölkerung verstanden, wie ernst die wirtschaftliche Lage ihres Landes wirklich ist: Alle wollen den Gürtel enger schnallen, zeigen sich einsichtig und strömen seit Wochen scharenweise auf die Straßen, um sich zu Solidaritätsdemonstrationen für die Sparmassnahmen Ihrer Regierung und zu Dankesbekundungen an die EU und den IWF freudig zu versammeln. Da kann der deutsche Steuerzahler doch beruhigt durchschnaufen, dass sein Geld gut angelegt ist.

Nach Island werden auch Spanien und Portugal als Haushalts-Wackelkandidaten sehen, wohin ein Haushaltsdefizit und die Zahlen-Schummelei innerhalb der EU führt: Da wird hart durchgegriffen. Konsequenzen werden gezogen. Hier werden Exempel statuiert. Ein klares “so geht es nicht” weht durch die EU.  Allein das harte Vorgehen der EU im Falle Griechenlands wird dazu führen, dass diese EU-Länder ihre Haushaltsdefizite von alleine und ohne weitere deutsche Bürgschaften und Geldspritzen in den Griff bekommen….

Wie gesagt, eine satirische Betrachtung: Honi soi qui mal y pense :-)

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Dieser Artikel wurde am 3. Mai 2010 von abacus geschrieben.
Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.


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2 Kommentare zu: “Nachhilfe in Wirtschaft: Griechenland, eine satirische Betrachtung”

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