Deutsch Nachhilfe: Fremdwort und Euphemismus

Auf vielfachen Wunsch beschäftigten wir uns im Nachhilfe News Blog Hamburg nochmal satirisch mit der Deutsch Nachhilfe in Bezug auf Fremdworte:

Schon im letzten Artikel zur Fremdwörter Deutsch Nachhilfe hatten wir beschrieben, dass die Nutzung von Fremdworten im Deutschen nicht unproblematisch ist :-):

Interessant sind die Ursachen: Warum benutzt man eigentlich Fremdworte in der eigenen (Mutter-) Sprache? Das hat recht viele Ursachen, zum Beispiel:

– Zunächst, wie schon beschrieben, der kulturelle Einfluss anderer Sprachgruppen

– Ebenso der jeweilige Bildungsstand der Menschen: Wer fremde Sprachen beherrscht, nutzt diese Begriffe dann auch in seiner Mutter- / Umgangssprache

– Manche Fremdworte klingen einfach schick und suggerieren (täuschen vor :-)) Bildung…

– Der Abstraktionsgedanke (hier Zusammenfassung) in den jeweiligen Fachgebieten: Man kann unter Seinesgleichen Sachzusammenhänge mit einer einzigen Begrifflichkeit kompakt und griffig darstellen: Mediziner untereinander wissen mit Cortex, systolisch / diastolisch oder zerebraler Sklerose sofort etwas anzufangen, ebenso die Chemiker mit Anorganik, die Pädagogen mit Adoleszens, der Psychologe etwas mit Post-konventioneller Intelligenz und der Wirtschaftswissenschaftler mit Grund-und Anderskosten, Clustering, Geldmenge, Marketing-Mix oder Break-Even Point. Macht unter Seinesgleichen auch durchaus Sinn.

Einer der signifikantesten Ursachen (Mist, jetzt fängt der Verfasser auch noch an :-)) ist aber heutzutage das Bestreben, Zusammenhänge höflichkeitshalber unscharf und möglichst nicht verletzend auszudrücken. Man nutzt Euphemismen, schlicht übersetzt Schönfärbereien.

Das macht häufig auch Sinn (!), treibt aber manchmal seltsame Blüten, wirkt dann nicht selten Sinn entstellend, erschwert das Verständnis und verschleiert eine Aussage. Gelegentlich kehrt ein Euphemismus die eigentliche Aussage sogar ungewollt in Lächerliche. Einige Beispiele:

Potential nach oben = ungenügend, Kriegsminister = Verteidigungsminister, Arbeitslos = Freisetzung, Industriegebiet = Gewerbepark, Zwerg oder Kleinwüchsiger = „vertikal Herausgeforderter“. Kein Mensch ist heute mehr dick, sondern hat „Übergewicht“ oder ist „feminin schlank“. Auch der oft strapazierte „Bürger mit Migrationshintergrund“ kann zu sprachlichem Unverständnis führen: Da Migration (lateinisch) schlicht „Wanderung“ bedeutet, könnte hiermit auch ein Pendler, ein zu Auswärtsspielen mitreisender Fan oder ein Handelsvertreter gemeint sein :-).

Besonders Sinn entstellend und damit schon regelrecht hinterlistig ist für den Verfasser übrigens der Euphemismus: „Kollateralschaden“…

Wer nutzt heute noch das Wort Mohr (abgeleitet aus dem griechischen „mauros“ = dunkel) oder gar Neger (lateinisch: negro / negril = schwarz)? Man nutzt, schon um nicht unangenehm aufzufallen, eher „farbiger“ oder „maximal pigmentierter“ Mensch. Der Häftling einer Strafanstalt wird höflich als „Sozial Separierter“ bezeichnet. Das Wort „Impotenz“ hört kein Mann gerne, „erektional begrenzt“ ist da schon unverfänglicher.

„Mensch Egon, Du hast ja schon ’ne Glatze!“ kann von sensiblen Gemütern schon fast als Beleidigung aufgefasst werden. „Follikulare Regression“ ist hier unter Umständen passender. Den schönsten und im wahrsten Sinne blumigsten Euphemismus hat der Verfasser als „Saupreiß“ mal von einem freistaatlichen Alpenbewohner gehört:

„Wenn der Gipfel im Spätherbst schon kahl und glatt sind, kann im Tal immer noch die Glockenblume blühen.“ 🙂

Wer mehr zum jeweils benutzten Euphemismus wissen möchte, schaut mal auf die Datenbank Euphemismen.de

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+

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