Innovation als Basis von Forschung und Entwicklung: Jugend forscht

Innovation ist derzeit  in aller Munde, aber bei weitem nicht in allen Köpfen…

Zugegeben: Nicht jede Art von Innovation ist heilsam und von Nöten. Aber ich denke, es besteht Einigkeit darüber, dass es einen wachsenden Innovationsbedarf in wesentlichen Bereichen gibt. Ich nenne beispielhaft Wirtschaft, industrielle Technik auf allen relevanten Gebieten, Medizintechnik im weitesten Sinne, Kommunikation, Infrastruktur, Logistik und andere mehr. Diesen gilt es zu decken und die brennende Frage, die hier aus der Sicht unserer Verantwortung für die Ausbildung und Bildung junger Menschen gestellt und beantwortet werden soll, lautet: Wie kommen wir dahin?

Die Keimzelle jeder Innovation ist eine „zündende Idee“. Diese kann einem kreativen Kopf spontan entspringen, oder – was angesichts der komplexen Zukunftsaufgaben eher wahrscheinlich ist – Ergebnis eines intensiven Forschungs- und Entwicklungsprozesses sein. Und damit sind wir beim Thema:

Es sollte ein Ziel sein, jungen Menschen in der Phase ihrer Entscheidungsfindung für die berufliche Ausrichtung das spannende und reizvolle Arbeitsfeld „Forschung und Entwicklung (F+E)“ lebendig bekannt und „schmackhaft“ zu machen. Die Erfahrung aus Initiativen wie „Jugend forscht“ haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler verschiedenster Altersklassen besonderen Spaß daran haben, kreativ zu sein und neue Ideen in wissensbasierter Zusammenarbeit in Gruppen mit anderen in anwendbare Lösungen umzusetzen.

Hierbei entdecken die Teilnehmer bereits ein besonderes Merkmal dieses Arbeitsgebietes, nämlich den interdisziplinären Charakter und die Internationalität der Zusammenarbeit.

Jugend forscht“ ist der größte europäische Jugendwettbewerb im Bereich der Naturwissenschaften und Technik. In Regional- und Landeswettbewerben und in Zusammenarbeit mit Patenunternehmen treffen Schüler und Studenten im Anfangssemester im Alter bis 21 Jahren bei äußerst spannenden Themen auf gleich gesinnte junge Menschen aus anderen Regionen ihres eigenen oder eines anderen Landes.

Für die Alterklasse unter 15 Jahren gibt es die Sparte „Schüler experimentieren„. In unserem Lande, das als „Forscherland“ weltweit an dritter Stelle liegt, gibt es hoch entwickelte Forschungsinstitutionen und Hochschulen sowie innovative Unternehmen.

Aus diesem Umfeld heraus bietet sich die Möglichkeit, an vielen Forschungsaufgaben und Projekten aktiv mit zu wirken, die aus privaten oder aus öffentlichen Mitteln finanziert sein können. Auch die Mitwirkung in einem europäischen Forschungsprojekt, das mit Mitteln der EU gefördert wird, ist eine reizvolle Option, die eine Zusammenarbeit im internationalen Verbund ermöglicht.

Es gibt zahlreiche Forschungszentren mit klangvollen Namen, wie zum Beispiel in Deutschland DESY (Hamburg), das Kernforschungszentrum in Jülich oder die Max-Planck-Gesellschaft. Wenn wir über die Grenzen unseres Landes zu unseren europäischen Nachbarn hinüber schauen, finden wir gleichermaßen Forschungsinstitutionen und -zentren, die weltweit hohes Ansehen genießen. Wegen seiner herausragenden Stellung sei als Beispiel CERN (Conseil Europeen pour la Recherche Nucleaire) in der Nähe von Genf, das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Teilchenphysik, erwähnt. Daran sind 20 Mitgliedstaaten beteiligt, es sind dort über 8000 Gastwissenschaftler aus 85 Nationen tätig und das jährliche Forschungsbudget liegt bei über 700 Mio Euro.

Die wesentliche Botschaft hieraus an junge Menschen in der Phase ihrer Entscheidungsfindung im Schul- und Ausbildungszeitraum lautet:

Das Betätigungsfeld Forschung und Entwicklung als Basis aller Innovation eröffnet viele reizvolle Perspektiven – national und international – für das zukünftige Berufsleben. Der Einstieg hierfür geht über eine solide Ausbildung, basiert auf dem frühen Training innovativer Kreativität und dem engagierten Erwerb von Wissen, vorrangig auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, aber auch anderer Wissensgebiete.

Hier sind als dringend notwendige Unterstützung das familiäre Umfeld, die Schule und die Hochschulen im frühen Ausbildungszeitraum gleichermaßen gefordert. Der Verbund zwischen Wirtschaft, Industrie und Hochschulen einerseits und den allgemein bildenden Schulen andererseits sollte intensiviert werden.

Veröffentlicht von

Hensel

Prof. Dr. Wilfried Hensel, TU Berlin. 30 Jahre naturwissenschaftliche Lehrerfahrung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.