Mobbing in der Schule

Ausgrenzungen und Gewalt gegen einzelne Schüler ist leider immer wieder ein Thema an den Schulen in Hamburg und dem Kreis Pinneberg.

Schulen sind immer Orte sozialer Kontakte, wo Schüler positiv aber auch negativ zusammenkommen. Sie sind Schmelztiegel von Kindern aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen mit verschiedener Sozialisation.

Mobbing ist ein Gruppenphänomen, dass insbesonders bei Schulkindern, die sich im persölichen Reifeprozeß befinden, sehr ernst genommen werden sollte, da diese noch nicht so rational wie Erwachsene handeln können.

Mobbinggefährdet sind leider viele Kinder, sofern diese sich von der sozialen Gruppe oder den meinungsbildenden Schüler in der Schule durch irgendetwas unterscheiden, zum Beispiel:

– anderer sozialer, religiöser oder kultureller Hintergrund und Status
– andere Kleidung
– andere Muttersprache
– anderer Körperbau oder Statur
– anderes Auftreten oder Benehmen
– besonders ruhiges, zurückhaltendes Wesen
– besonders lebhaftes Auftreten
– andere Ängstlichkeit und / oder Sensibilität
– andere Hemmschwellen
– andere (körperliche oder geistige) Fertigkeiten oder Fähigkeiten

Gründe für Mobbing in der Schule sind häufig:

Rache, Eifersucht, Konkurrenzdenken, Neid, Profilierungssucht, Ablenken von eigenen Schwächen und Defiziten. Aber auch mangelndes Vorbildverhalten von Erwachsenen und Aufsichtspersonen, wie Wegschauen, nicht ernst nehmen, lästern…

Als Mobbing unter Schülern bezeichnet man fortgesetzte Ausgrenzungen und Handlungen, die sich gegen einzelne Mitschüler richten, zum Beispiel:

– Offenes Mobbing: Hänseln, Drohen, Abwerten, Beschimpfen, Herabsetzen, Bloßstellen, Schikanieren, Gehässigkeiten und dumme Sprüche, Spottereien, Erpressungen und das sogenannte „Abziehen“

– Verstecktes Mobbing: Ausgrenzen, Manipulieren, Gerüchte über jemanden verbreiten, die Nichtweitergabe von Informationen und Schulmaterialien, anonyme Beschädigung oder Wegnahme der Schulsachen des gemobbten Schülers

– Bullying: fortgesetze körperliche Gewalt einzelner oder mehrerer Schüler gegen einzelne Schüler

Verdachtsmomente für Schulmobbing können sein:

– Reagiert abweisend auf Nachfragen zu schulischen Sozialkontakten
– Ist ängstlich, schreckhaft und zieht sich allgemein zurück
– Will nicht (mehr) zu Schulfeiern oder bei Klassenreisen mitfahren
– Möchte zur Schule gefahren werden
– Kleidung und Schulsachen sind wiederholt beschädigt
– Wertgegenstände des Schülers sind „verschwunden“
– Verabredet sich nicht (mehr) mit Mitschülern
– „Blaue Flecke“ oder Verletzungen werden nicht schlüssig erklärt
– Schulische Leistungen nehmen ab
– Geht nicht (mehr) ans Telefon
– Eingehende Anrufe werden sofort aufgelegt
– Kind kränkelt und zeigt psychosomatische Störungen
– „Tics“ des Schülers nehmen zu

Was können Eltern, Lehrer und Schüler bei Mobbing Verdacht tun?

Eltern:

Suchen Sie das sofortige Gespräch mit dem Klassen- oder Fachlehrer, dem Elternbeirat Ihrer Klasse, dem Stufenkoordinator oder der Schulleitung, nicht direkt mit dem Täter oder dessen Familie. Drängen Sie auf sofortige Maßnahmen. Fixieren Sie gegebenenfall, wenn Gespräche nicht fruchten, die Vorfälle schriftlich.

Lehrer:

Mobbing gefährdet das Sozialgefüge, die Gruppenbindung und das Lernverhalten einer Lehranstalt erheblich, nehmen Sie daher bitte auch Verdachtsmomente ernst. Übervorsichtigkeit ist hier sicher besser als zuviel Toleranz.

Sprechen Sie den oder die Täter und Opfer sofort und direkt an. Prüfen Sie durch Nachfragen im Kollegium Häufigkeiten ähnlicher Vorfälle ab. Mobbing ist häufig ein schleichender Prozeß, der bis zum Suizid der Opfer gehen kann.

Besprechen Sie Vorfälle im Klassenverband. Suchen Sie mit der Lerngruppe die Ursachen und versuchen Sie diese abzustellen (zum Beispiel durch Aufstellen von Klassenregeln bei Konflikten).

Weiterführende Maßnahmen können auch in Klassen- oder Schulkonferenzen beschlossen werden: Schulprojekte, Schulversammlungen, das Einschalten von Jugendämtern, den schulpsychologischen Betreuungsdiensten oder auch der Polizei.

Schüler:

Egal ob selber betroffen, oder nur Beobachter; Protokolliert die Vorfälle mit Datum und Uhrzeit und IMMER an Erwachsene des Vertrauens wenden (Eltern, ältere Geschwister, Nachhilfelehrer, Vertrauenslehrer, Sporttrainer, Verwandte, auch Außenstehende). Im schlimmsten Fall (körperlicher Gewalt, Abziehen) wendet Euch immer direkt an die Polizei:

Jugendbeauftragte Polizei Hamburg
Präsidialstab 30
Hamburg
Tel: 040 / 4886-583 00
Internet: Die Jugendbeauftragten Polizei Hamburg

KriPo Pinneberg Ermittlungsgruppe Jugend
Elmshorner Strasse 40
25421 Pinneberg
Tel: 04101 / 202-320
Internet: Polizeirevier Pinneberg

Mobbing und Bullying wird immer schlimmer, wenn man nichts unternimmt.

Auf unserer Internetseite Hilfreiche Schullinks findet man weitere hilfreiche Kontaktadressen.

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+