Nachhilfe: Immer mehr Schüler nach der 10. Klasse ohne Ausbildungsplatz

Die Bertelsmann Stiftung hat in einer neuen Studie festgestellt, dass immer mehr Schulabgänger mit mittlerer Reife, aber ohne Abitur, keinen Ausbildungsplatz erhalten:

Jeder fünfte Schüler in Deutschland, der die Schule nach der 10. Klasse mit dem Realschulabschluss verläßt, erhält zur Zeit keinen Ausbildungsplatz.

„Voraussetzung für die Teilhabe am Arbeitsmarkt ist heute eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Abitur“, fasste Bertelsmann-Stiftungsvorstand Dr. Jörg Dräger, die Ergebnisse der Studie zusammen: „Ein Haupt- oder Realschulabschluss allein schützt heute nicht mehr vor Arbeitslosigkeit. Abitur oder Ausbildung sind die notwendigen Mindestqualifikationen.“ Die Stiftung mahnt hier (natürlich) Reformen im Bildungssystem und alternative Ausbildungsmöglichkeiten an.

Dies kann man durchaus differenziert sehen:

Es sind genügend Ausbildungsplätze vorhanden. Wir verweisen auf den Berufsbildungsbericht 2010, den wir hier im Blog schon kommentiert hatten.

Auch sind nach unseren langjährigen Praxis-Erfahrungen vor allem gute Noten in Mathe und Deutsch mit entscheidend für einen Ausbildungsplatz: Selbst ein durchgängiges „3er Zeugnis“ eines Realschülers reicht heute häufig nicht mehr, riecht es doch für manchen Personalchef nach „Minimalismus“ und „Durchschlängeln“ des Bewerbers (siehe: Warum Nachhilfe?).

Realschüler mit „geschönten Abschlußnoten“ fallen dann spätestens bei den Einstellungstests durch das Raster der Betriebe.

Daher nehmen auch immer mehr Schüler in Hamburg mit durchschnittlichen Schulnoten professionelle Nachhilfe in Anspruch, um zumindest in den Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch gute Noten zu erreichen, damit die Chance auf dem Ausbildungsmarkt gewahrt bleibt.

Außerdem: Gute Schüler verdienen besser. Diese alte Binsenweisheit wurde auch wissenschaftlich bestätigt:

Wissenschaftler der Universität Hannover haben einen Zusammenhang zwischen Schulnoten und dem späteren Einkommen nachgewiesen. So wird belegt, dass sehr gute Hauptschüler im Schnitt 25 Prozent mehr als sehr schlechte Hauptschüler verdienen. Bei Realschülern beträgt der Unterschied 16 Prozent.

Vor allem die Noten in Mathematik und Deutsch sind dabei für Einkommensunterschiede ausschlaggebend. Gute Schulnoten werden von den Arbeitgebern bei der Einstellung als Zeichen der Leistungsfähigkeit verstanden. Deshalb bekommen Bewerber mit besseren Noten eine anspruchsvollere Ausbildung und später lukrativere Jobs.

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+

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