Neuer Pflichtstundenerlass Gymnasium Schleswig-Holstein

wie bekannt, hat dass Bildungsministerium in Schleswig-Holstein nach dem neuen Pflichtstundenerlass die Arbeitszeiten für Gymnasiallehrer und Lehrer an Gemeinschaftsschulen (sprich: Gesamtschulen ohne Oberstufe) und Regionalschulen (= Haupt- und Realschulen) um eine Wochenstunde erhöht und erntet damit bei Lehrer-Vertretungsverbänden Widerstände. Die Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium (acht statt neun Jahre) ist bei vielen Eltern und Schülern schon in der Vergangenheit auf Unmut gestossen: Verlängert sich doch der Unterricht auf den Nachmittag, da deswegen möglichst nicht weniger Unterricht erteilt werden soll: Die Schüler erhalten den gleichen Stoff in kürzerer Zeit dargeboten. Als Pro-Argumente wurden Argumente wie: Schüler sind früher mit dem Abitur durch, Angleichung an das Ausland, mehr Zeit fürs Studium, konzentrierterer Unterrichtplan, weniger Leerlauf der Schüler etc angeführt.

Interessant ist aber ein Aspekt, der im Blätterwald bisher nicht so eindeutig zur Sprache kam:

Ein Gymnasiallehrer kann in einem Jahrgang 1/8 (oder 1/9, je nach Basis :-)) mehr Schüler „durchschleusen“. Die Arbeitsproduktivität erhöht sich also: Wie beim Fabrikarbeiter am Fließband, wenn der Chef das Montageband / die Fertigungsstraße schneller laufen lässt. Der Lehrer kann also bei gleicher Anzahl der Dienstjahre mehr Schüler „verarbeiten“. Somit müssen weniger neue Lehrer eingestellt werden. Das spart bares Geld im klammen Norden.

Ulf Christen hat es im „Hamburger Abendblatt“ mit einem Einsparfaktor von ca. 450 Lehrerstellen beziffert. Dieses ist aber nur der Mindestwert, da nicht alle Gymnasien in Schleswig-Holstein in Zukunft wieder ein „G9er“ Abitur ermöglichen werden (Den Gymnasien in Schleswig-Holstein steht es frei, Abitur in 8 oder in 9 Jahren anzubieten).

Pädagogische Aspekte der Schulzeitverkürzung (auch als betroffener Vater) erschließen sich dem Verfasser so nicht

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+

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