Paducation in Hamburgs Schulen

Die BSB Hamburg beginnt an Hamburgs Schulen mit dem Einsatz elektronischer Medien im Unterricht. Die Eltern des Kurt Körber Gymnasiums in Hamburg Billstedt haben es gut, denn sie sparen einiges Geld für teures elektronisches Spielzeug ihrer Kinder ein. Zumindest die Eltern der 70 auserwählten Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen, die im Rahmen des Schulentwicklungsprojektes Paducation heute Nachmittag ein kostenloses iPad als Lernwerkzeug zur Verfügung gestellt bekommen haben :-).

Wie die BSB Hamburg in ihrer Pressemitteilung verlauten lässt, sind die Ziele des Schulprojektes Paducation (= iPad und Education):

  • Optimierung der individuellen und kooperativen Lernprozesse durch persönliche, mobile Endgeräte im Sinne einer neuen Lernkultur
  • Erprobung der Möglichkeiten und Grenzen im täglichen schulischen Einsatz
  • Stärkung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte als Vorbereitung auf eine erfolgreiche Teilhabe im beruflichen und privaten Umfeld
  • Erforschung von Möglichkeiten zur Demokratieerziehung und Partizipation durch die Nutzung der sogenannten „Web 2.0 Tools“ (Social networks, Wikis, Weblogs etc.)

Ebenso sollen durch das Paducation Projekt weitere Fragen beantwortet werden, zum Beispiel wie sich ein elektronisches Medium sinnvoll in den Unterricht integrieren lässt.

Der Nachhilfe News Blog Hamburg sieht das Ganze mit gemischten Gefühlen:

Einerseits halten wir Medienerziehung / Umgang mit elektronischen Informationsmedien als Unterrichtsfach an staatlichen Schulen für dringend geboten, da viele Eltern, so diese nicht beruflich hier in die Nutzung „hineingewachsen“ sind, dann oft technisch überfordert sein können. So halten wir einige Ziele des Paducation Projektes, welches auch von der UNI Hamburg medienpädagogisch begleitet wird, für generell geboten, zum Beispiel die Eroierung der sinnvollen Nutzung der Web 2.0 Tools oder auf welche Art das Sammeln von Erfahrungen im Umgang mit mobilen Endgeräten der Vorbereitung auf das Berufsleben dienen kann. Gerade auch die sinnvolle Internet-Nutzung sollte von Lehrern an Schüler und Schülerinnen vermittelt werden können.

Andererseits gibt es bereits diverse Studien, welche den Einsatz der elektronischen Medien in Schule und Unterricht äußerst kritisch sehen und wissenschaftlich die negativen Wirkungen auf die Lese- und Schreibfertigkeiten und das logisch-abstrakte Denkvermögen belegen. Die entsprechenden Studien haben wir hier schon in unserem Artikel zur „Online Nachhilfe mit dem PC“ vorgestellt und direkt verlinkt. Auch das 10 Finger-Blind-Tippen wird auf dem iPad für die Schüler nicht leicht zu erlernen sein: Die Tastatur ist nur als Bild vorhanden, logischerweise ohne Tastenwiderstand und kleiner als herkömmliche PC-Tastaturen.

Ein iPad aber als „digitale Schiefertafel“ zu bezeichnen, geht am Anspruch eines Touch-screen-Portables dann doch vorbei: Auf einer Schiefertafel lernten die Grundschüler einst motorisch sinnig die Druck- und Schreibschrift mit einem Kreidegriffel. Die motorischen Übungen der Schüler auf dem iPad werden sicher das Wischen mit dem Zeigefinger und das Zusammen- und Auseinanderziehen des Daumens und des Zeigefingers konditionieren. Und ob die Eltern sich freuen werden, im App-Store ihre Kreditkarten-Nr. auch für die kostenlosen Apps zu hinterlegen?

Wir sind gespannt, wie die Ergebnisse des Schulprojektes in Hamburg ausfallen.

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+

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