Schule Hamburg: Neues im Schuljahr 2010/2011

Die Neuerung in Schule Hamburg ab dem Schuljahr 2010/2011 gelistet und kommentiert:

Hier nochmals die Neuerung für die Hamburger Schulen nach dem neuen Schulgesetz knapp und bündig aufgelistet:

Kleinere Klassen an Grundschulen: Maximal 23 Schüler, an sozialen Brennpunkten 19 Schüler in den ersten Klassen

Stadtteilschulen: „Substituieren“ die Gesamtschulen:
Es starten 51 Stadtteilschulen mit folgendem pädagogischen Grundkonzept:

• das individualisierte und praxisorientierte Lernen auf allen Anforderungsniveaus,

• die verbindliche Kooperation mit beruflichen Schulen,

• das lange Offenhalten des individuell erreichbaren Abschlusses. (satirische Anmerkung des Verfassers: Auch mit 3 Fünfern in die Oberstufe?)

12 Stadtteilschulen erhalten eine Oberstufe ab Klasse 11.

15 Ganztagsgrundschulen sind eingerichtet (fünf offene, zwei teilgebundene und drei gebundene Ganztagsschulen sowie an fünf Standorten sowie Ganztagsschulen in Kooperation mit benachbarten Horten).

Individuelle Förderung statt Klassenwiederholung: Das „Sitzenbleiben“ wird abgeschafft:
An Stelle des Klassenwiederholens treten individuelle Lernvereinbarungen, die mit Schule, Eltern und Schüler festgelegt werden.

Anmerkung des Verfassers: Und das hilft, wenn zum Beispiel ein Mathe 5er Kandidat in die nächst höhere Klasse „geschoben“ wird, obwohl er schon den Stoff der letzten Klassenstufe nicht verinnerlicht hat? Werden so nicht schon die Hartz-IV Empfänger von morgen produziert?

Integrative Beschulung von Kindern mit Förderbedarf
Förderschulkinder werden wieder in die Klassen an Regelschulen integriert, die Sonderschulpädagogen leisten den Unterricht dann an den Regelschulen.

Anmerkung des Verfassers: Sollen so etwa die (teuren) Förderschulen eingespart und die Sonderschulpädagogen in den Regelschulbetrieb integriert werden?

Englisch ab Klasse 1

wird flächendeckend eingeführt. „…Die Lehrkräfte an Grundschulen werden seit Jahren in mehrtägigen Kompaktseminaren am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung für diese Aufgabe qualifiziert…“

Anmerkung des Verfassers: Ach, die Grundschullehrer können gar kein Englisch und haben das Fach gar nicht studiert, welches sie den Kindern vermitteln sollen? :-)…

Die 23 in Hamburg schon eingerichteten Primarschulen (sogenannte Starterschulen) haben Bestandsschutz und dürfen Schüler bis einschließlich Klasse 6 beschulen. Begründet wird dies in erster Linie mit dem Vertrauensschutz gegenüber den Eltern, die ihr Kind bereits vor dem Volksentscheid für diese Schulform angemeldet hatten und mit deren Wahlfreiheit, ihre Kinder auch wieder abzumelden.

Anmerkung des Verfassers: Wenn eine Schulform-Entscheidung „im Schwange“ ist, lässt man gar nicht erst eine verbindliche Anmeldung auf eine Schulart zu, die gegebenenfalls wieder „gekippt“ werden könnte… so wie bei einem Steuerbescheid, der unter Vorbehalt erteilt wird…

Subsumierend erscheinen die beschlossenen Maßnahmen dem Verfasser eher nach „betriebswirtschaftlicher Konsolidierung“ und Kostenersparnis, aber nicht nach Schaffung qualifizierender und gehobener Bildungsstandarts, welcher einer Großstadt mit internationaler Ausrichtung und gehobenem Arbeitskräftebedarf angemessen wären…

Sicher: Klassenwiederholungen von Schülern kosten die Stadt Hamburg viel Geld, weshalb man die Abschaffung des Sitzenbleibens einführt. Aber „Augen zu“ und „Durchschieben“ in die nächste Klassenstufe verschiebt das Problem nur in den Arbeitsmarkt und wohl eher dann in die Sozialkassen. „Wir vereinbaren verbindliche Lernziele und Lernpläne, die von den Schulen, Eltern und Kindern verbindlich einzuhalten sind“ ist nach Ansicht des Verfassers reine Schutzbehauptung und Makulatur: Welcher Schüler hält sich denn an schriftlich fixierte Vereinbarungen, wenn das Nicht Einhalten derselben nicht mit direkten negativen Konsequenzen (Sitzenbleiben beziehungsweise Rückstufung) verbunden ist?

Die Problematik der Schulkinder aus sogenannten „bildungsfernen Schichten“ und von Schülern aus nicht deutschsprachigen Haushalten ist bei obiger Argumentation noch völlig unberücksichtigt: Der Verfasser ist sehr gespannt, wie es Schulen und Lehrer und Lehrerinnen gelingen wird, mit einem nicht Lesenden oder in einem nicht deutschsprachigen Haushalt lebenden 15-jährigen Schüler und seinen Erziehungsberechtigten verbindlich zu vereinbaren, dass zukünftig Bücher / Literatur regelmäßig konsumiert werden, damit der Schüler auch an Unterrichtsthema wie „Erörterungen“ oder „Interpretationen“ aktiv gestalterisch teilnehmen kann…

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+