Schulische Ostern in Hamburg

Ostern in Hamburg steht im Zeichen eines schulischen Rumorens und es hat fast den Anschein, als ob keiner mit dem Status Quo der momentanen Hamburger Schulsituation so wirklich zufrieden scheint.

Auf der einen Seite streitet die G 9 HH-Jetzt-Initiative für die parallele Wiedereinführung von G 9 an den Hamburger Gymnasien und steht wohl gegen eine scheinbar recht geschlossene Phalanx aus Kammervertretungen und Bürgerschaftsparteien. Die Thermopylen und König Leonidas lassen grüßen, wenn man den Umfragen glauben mag.

Auf der anderen Seite sind allerdings auch die Sympathisanten der Stadtteilschule – der zweiten Sekundarsäule – nicht wirklich zufrieden, denn auch bei den Stadtteilschulen knirscht es gewaltig im Gebälk: Als Gesamtschul-Nachfolger wurde diese Schulform aus Zwangs-Zusammenschlüssen der Haupt- und Realschulen in einer Phase umgesetzt, in der in Hamburg noch an der Front der verlängerten Grundschulzeit auf 6 Jahre gestritten wurde.

Die Zwangszusammenlegung von Lehrerkollegien, das schnelle Aufpfropfen einer Oberstufe, örtliche Trennungen und nicht zuletzt die übereilte Umsetzung der Inklusion (gemeinsamer Unterricht behinderter und nicht behinderter Schüler), an vielen Stadtteilschulen ohne die gebotene Stundenaufstockung und nötige Personaldichte führten an vielen Stadtteilschulen nicht wirklich zu für alle entspannten und für die Schüler produktiven Unterweisungs- und Lernsituationen.

Selbstverständlich läuft es an den Stadtteilschulen runder, die früher schon integrative und individualisierte Lehrkonzepte hatten, bereits Gesamtschulen waren oder die in Stadtgebieten mit höherem Sozialindex (KESS-Faktor) liegen.

Der Rest der Stadtteilschulen siecht jedoch und wird im Zweifelsfalle nur noch durch hoch engagiertes Lehrerpersonal so gerade am Leben erhalten und unter Umständen gar von manchen Eltern gemieden. Der Senat bemüht sich, mit „ein wenig“ Steuergeldern, einigen Baumaßnahmen und – natürlich – „neuen Unterrichtskonzepten“ an den Stadtteilschulen und am G 8 Gymnasium gegenzusteuern.

Es bleibt zu hoffen, dass hier bald möglich im gesellschaftlichen Interesse der schulischen Bildung aller betroffener Stadtteilschüler eine Veränderung eintritt und die Hamburger Politik ein Konzept erarbeiten kann, welches zu einer „Stadtteilschule 2.0“, einem „Relaunch“ führen kann mit tragfähigen Konzepten für eine differenzierte Inklusion mit Augenmaß ohne Abschaffung der Förderschulen, einer passenden, an den Bedarfen orientierten Personalausstattung und Bildungskonzepten, welche die Schüler auch optional für die Aufnahme eines Studiums und primär den Eintritt als Auszubildende in die freie Wirtschaft wirklich befähigen. Euphemismus und Quotenspielereien reichen hier sicher nicht.

Egal, wie man zur Rückkehr zu G9 in Hamburg stehen mag. Letztendlich hat die Bürgerinitiative um Initiatorin Dr. Kirsch mit dazu beigetragen, dass im Hamburger Schulsystem „nochmals genau hingeschaut“ und hoffentlich nachgebessert wird.

Als bildungsinteressierter und verantwortlich denkender Bürger steht man doch ein wenig staunend vor dem hausgemachten Hamburger Schuldilemma und fragt sich, ob nicht „Erst denken, dann Handeln“ vor umwälzenden Bildungsreformen nicht besser gewesen wäre…

Hier bieten die vor uns liegenden Ostertage Gelegenheit zu innerer Einkehr und Besinnung und dass man hier keine Schuldzuweisung betreiben, sondern produktive Lösungen im Interesse unserer Kinder baldigst anstreben sollte:

Das Ei und der Osterhase
– Ostergedicht von Eduard Mörike –

Ostern ist zwar schon vorbei,
Also dies kein Osterei;
Doch wer sagt, es sei kein Segen,
Wenn im Mai die Hasen legen?

Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
Schmeckt ein Eilein jedenfalls,
Und kurzum, mich tät’s gaudieren,
Dir dies Ei zu präsentieren,
Und zugleich tät es mich kitzeln.
Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.

Die Sophisten und die Pfaffen
Stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen,
Wohl die Henne? wohl das Ei?

Wäre das so schwer zu losen?
Erstlich ward ein Ei erdacht:
Doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Osterhas gebracht.

In diesem Sinne wünscht die ABACUS Nachhilfe Hamburg allen ein frohes, besinnliches und entspanntes Osterfest 😉

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+

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