Wahlen in Hamburg – Schulpolitik der Parteien in Hamburg

Demnächst (20.02.2011) sind Wahlen in Hamburg. Was bedeutet es für die Schulen in Hamburg, wo sind die Schwerpunkte der Parteien beim Thema Bildung? Der Nachhilfe News Blog hat recherchiert und mal die Wahlprogramme für die Bürgerschaftswahlen in Hamburg nach Schulzielsetzungen der größeren Parteien durchforstet. Folgend ein Abriss der Kernaussagen der größeren Parteien in Hamburg.

Die Grünen (GAL) haben gerade ihr 10 Punkte Programm zur Wahl veröffentlicht, welches auch das Thema Schule enthält:

– Wir setzen uns dafür ein, dass im großen Umfang weitere Ganztagsschulen eingerichtet werden und setzen dabei auf die gegenseitige Kooperation von Hortträgern und Schulen. Ziel ist ein pädagogisch gutes Angebot von Bildung und Betreuung – kostenfrei mindestens von 08:00 bis 16:00 Uhr.

– Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadtteilschulen gestärkt werden und zu guten, im Stadtteil verankerten Schulen ausgebaut werden, die jedem einen optimalen Start ins Berufsleben oder Studium bieten.

– Wir setzen uns dafür ein, dass alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb erhalten oder in berufsbildenden Schulen in Kooperation mit freien Trägern ausgebildet werden.

Das SPD-Wahlprogramm zu Bildung und Schule:

• Verkleinerung aller Grundschulklassen, ohne dass dies zu Lasten von Förder– und Teilungsstunden geht

• Schülerinnen und Schülern mit Schwierigkeiten ab Klasse 8 erhalten einen schulischen „Mentor“ zur Seite, bis der Übergang in Ausbildung oder Arbeit gelungen ist

• Individuelle Förderung; Abschaffung von Sitzenbleiben und Abschulen

• Respektierung des Elternwillens bei der Schulwahl

• Lernmittelfreiheit; Abschaffung des Büchergeldes

Die CDU Hamburg und Schule in Hamburg:

  • für eine konsequente Umsetzung des Volksentscheids. Hamburg braucht keine Primarschule durch die Hintertür, sondern verlässlichen Schulfrieden.
  • für mehr Zeit und eine Reformpause für Hamburgs Schulen, damit die eingeleiteten Reformen erfolgreich umgesetzt werden können und Konzentration auf den Unterricht möglich ist.
  • gegen eine grundsätzliche Abschaffung von Noten, ein kompliziertes Punktesystem und gegen ideologische Versuche, die Leistungsorientierung der Hamburger Schulen zu verringern.

Von der FDP Hamburg haben wir die umfangreichste Zielsetzung zu Schule und Bildung in den Forderungen zur Wahl gefunden:

  • Die FDP Hamburg will einen sofort verbindlichen und kostenfreien Besuch einer „Starterklasse“ für alle Fünfjährige in Kitas oder Vorschulen und damit eine vorgezogene Schulpflicht ab fünf Jahren.
  • Die Gruppengröße in Kitas und Krippen ist zu senken. Zugleich ist die Anwesenheit von zwei Fachkräften in den Kita / Krippen-Gruppen und Grundschulklassen zu gewährleisten.
  • Die Sprachförderung in Kitas / Krippen und Schulen ist weiter auszubauen, damit alle Kinder einwandfreie Deutschkenntnisse erlangen. Bei allen Kindern werden im Alter von drei und viereinhalb Jahren Entwicklungsstanduntersuchungen durchgeführt. Wenn erforderlich, erfolgt eine gezielte kostenlose Förderung.
  • Die FDP Hamburg steht für die Einhaltung des Volksentscheids gegen die Zwangseinführung der Primarschule. Grundlage für künftige Entscheidungen sind die Empfehlungen der Enquete-Kommission aus dem Jahre 2007. Das bedeutet, die FDP Hamburg steht strukturell für ein „Zwei-Säulen-Modell“ bestehend aus Stadtteilschulen und Gymnasien unter Beibehaltung des Elternwahlrechts.
  • Wir treten für eine Durchlässigkeit zwischen Stadtteilschulen und Gymnasien ein.
  • Es müssen klare und verständliche Benotungssysteme für die Leistungen der Schüler verwendet werden.
  • Ganztagsschulen sind als Angebotsschulen flächendeckend zu ermöglichen.
  • Schulen, die die Primarschule langfristig erproben wollen, können bei der Behörde für Schule und Berufsbildung durch Beschluss ihrer Schulkonferenz eine Genehmigung beantragen. Diese soll nur erteilt werden, wenn der Erprobungszeitraum begrenzt und sichergestellt ist, dass eine flächendeckende Versorgung mit Grundschulen in allen Schulregionen gewährleistet ist, die curriculare und organisatorische Anschlussfähigkeit an die Gymnasien und Stadtteilschulen gewährleistet und der Schulversuch wissenschaftlich begleitet sowie ergebnisoffen evaluiert wird.
  • Die personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen der einzelnen Schulen werden auf der Grundlage einer verbindlich festgelegten aber variablen Lehrer-Schüler-Relation flexibilisiert und damit die Selbstverantwortung der Schule gestärkt. Alle Hamburger Schulen erhalten zusätzlich vor Ort verbindliche psychologische und sozialpädagogische Unterstützung in Form einer qualifizierten Ansprechperson.
  • Die FDP Hamburg steht für Bildungsvielfalt. Denn Bildungsvielfalt garantiert einerseits dem Einzelnen, dass er entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten lernen kann, und sichert andererseits die Bildungsqualität. Vielfalt ist jedoch nur möglich, wenn die Schulen selbstverantwortlich handeln können, also eigene Profile, Ideen und Konzepte umsetzen können.
  • Die FDP Hamburg will die Stärkung individueller Schulprofile durch Gleichbehandlung von Schulen in staatlicher und privater Trägerschaft durch Einführung eines Bildungsgutscheins erreichen.
  • Selbstverantwortete Schulen benötigen auch Handlungsspielräume in personeller Hinsicht. Dabei spricht sich die FDP dafür aus, den Beamtenstatus für Lehrer abzuschaffen.
  • Das Hamburger System der selbstverantworteten Schulen wird weiter ausgebaut. Dazu gehört eine Professionalisierung des Schulmanagements und der Schulverwaltungen, unter anderem durch Zuweisung von ausgebildetem Verwaltungspersonal an die Schulen, um Lehrer von zweckfremden Tätigkeiten zu entlasten. Die Steuerung der Schulen erfolgt über Rahmenvorgaben und Zielvereinbarungen.
  • Die Lehrerausbildung wird verbessert. Zur Hebung und Sicherung der Schulqualität wird im Rahmen einer gezielten Personalentwicklung der Lehrkräfte ein kontinuierliches Fort-, Weiterbildungs- und Begleitsystem aufgebaut, das für alle Beteiligten verpflichtend ist.
  • Es wird ein umfassendes Bildungsmonitoring über Leistungen und Qualitäten der Schulen eingeführt, das für eine zeitnahe und transparente Information aller an den Schulen beteiligten und interessierten Bürgerinnen und Bürger sorgt.
  • Durch klar formulierte und kommunizierte Bildungsstandards sowie realistische Zielsetzungen wird das Schulsystem entlastet und Zeit für eine nachhaltige Entwicklung und Etablierung von Schulqualität gegeben.
  • Im Mittelpunkt von Bildungsplänen steht die Vermittlung eines klar festgelegten Wissenskanons.
  • An allen Hamburger Schulen wird ein Qualitätsmanagement in den Dimensionen Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung eingeführt.
  • Viele Schüler ohne Abschluss und hohe Abbruchquoten in den Berufsfachschulen sind ein zentrales bildungspolitisches Problem. Daher treten wir für die Umsetzung eines ganzheitlichen Förderprogramms von leistungsschwachen Schülern mit einem Ausbau der individuellen und bedarfsorientierten Bildungsförderung auf allen Bildungsstufen ein.
  • Die Integration verhaltensauffälliger Kinder soll intensiviert werden.
  • Für die Umsetzung der gesetzlich eingeführten Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf müssen die betroffenen Schulen mit den dafür nötigen Sonderpädagogen ausgestattet werden.
  • Für praktisch orientierte Schüler soll das Angebot wöchentlicher Praxislerntage in kooperierenden Unternehmen erweitert werden.
  • Die Bildungsberatung und –information soll effizienter und niedrigschwelliger gestaltet werden und nach Bedarf neue Informationskanäle nutzen.
  • Ausbildende Betriebe beklagen seit Jahren die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern. Schulen müssen sich diesem Problem stellen und wieder mehr Wert auf Leistung, Fleiß, Disziplin und Teamfähigkeit legen.
  • Das Wissen von Schülern über wirtschaftliche und finanzielle Sachverhalte ist viel zu gering. Der Anteil von Themen aus den Bereichen Wirtschaft / Finanzen soll deshalb in geeigneten Fächern deutlich ausgebaut werden.
  • Aus- und Weiterbildung sind ein lebenslanger Prozess und bilden eine wichtige Grundlage zur Erhaltung von Arbeitsplätzen. Dementsprechend soll die Vernetzung der zuständigen Institutionen sowie die Gründung neuer privatwirtschaftlicher Einrichtungen gefördert und ausgebaut werden.
  • Aus- und Weiterbildung sollen sich an der Nachfrage ausrichten. Kunden sollen das Lehrangebot und die Strukturen von Bildungsanbietern so beeinflussen, dass berufsqualifizierende Abschlüsse schnell und effizient erreicht werden können.
  • Ausbildungsgänge sollen grundständisch sein und für einen Beruf qualifizieren. Spezialisierungen müssen durch darauf aufbauende Bildungsgänge erfolgen. Auf diese Weise wird es möglich, dass ein Jeder von jedem Abschluss aus weitere notwendige Spezialisierung erreichen kann.
  • Mittels Einführung eines individuellen Bildungsbudgets durch Auflage eines Bildungsfonds sollte sich der Einzelne an seiner Aus- und Weiterbildung auch finanziell beteiligen. Die Finanzierung der Studiengebühren und Ausbildungsbeiträge sollte dabei primär über Stipendien und nur als ultima Ratio über Darlehen erfolgen.

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Der Nachhilfe-News Blog lässt Obiges unkommentiert. Entscheiden wird der/die Wähler-In in Hamburg am 20.2.2011.

Mit den Ganztagsschulen in Hamburg haben wir uns hier im Nachhilfe Blog schon mehrfach auseinandergesetzt. Und im Zweifelsfall gibt es für die armen, legislaturperiodisch und bildungspolitisch wechselgeplagten Schülerinnen und Schüler in Hamburg bei Schulproblemen noch unsere professionelle Nachhilfe Hamburg 🙂

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+

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