Weihnachten 2014

Morgen ist es wieder soweit. Dann feiern die Menschen in Mitteleuropa das Weihnachtsfest. Die Geburt Jesu‘ ist zwar heutzutage nur der Aufhänger und historisch-wissenschaftlich betrachtet auch noch falsch: Man verortet die Geburt Jesus von Nazareths nicht im Jahre „0“ – wahrscheinlicher scheint die Spanne -7 bis -2 zu sein – und auch eher im Frühjahr oder Sommer. Weihnachten im Winter haben wir Christen eher der „Feinsinnigkeit“ der Kurie zu verdanken, die das Fest zielgerichtet auf die Wintersonnenwende – an dem die einzelnen heidnischen Stämme in grauer Vorzeit eh‘ zum Feiern der Götter zusammen kamen – legten. Also eine „Win-Win-Situation“ für die ehemaligen Heiden und die Kirche nach der Christianisierung Europas 😉

Heute steht das Weihnachtsfest allerdings nicht immer und bei jedem unter dem alleinigem Axiom Christi Geburt, sondern stellt für Mitteleuropäer den Inbegriff der Familienfeier dar. In etwa mit dem familiären Stellenwert, den das Erntedankfest – Thanksgiving – in den USA einnimmt. Theologisch hierarchisch gedacht, wäre Weihnachten wohl noch nicht einmal das höchste christliche Fest: Da stünde wohl noch Pfingsten vor, welches mit der Ausschüttung des heiligen Geistes erst die Erkenntnis des Opfer Jesum liefert, die Klammer zur Möglichkeit der Wiederauferstehung schließt und – mit Ostern – die theologische Dreifaltigkeit methodologisch erst „rund“ erscheinen lässt.

Aber sei’s d’rum: Die Familie in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen, den Lieben und Nächsten durch persönliche Geschenke im Einklang mit den Gedanken und dem Handeln von Caspar, Melchior und Balthasar hermeneutisch Wertschätzung, Ehre und Respekt zu erweisen sind ja wahrlich nicht nicht schlechtesten Motivatoren.

Das Weihnachtsfest lebt gerade bei uns auch traditionell durch Dekorationen: Sei es der Christbaumschmuck oder auch die Tradition der Weihnachtsbeleuchtung des eigenen Heimes. Was heute partiell nach amerikanischem Vorbild zuweilen das komplette Grundstück als persönliche Lightshow in allen Regenbogenfarben erscheinen und so manchen Betrachter zunächst spontan an ein buntes Volksfest auf privatem Grund und Boden und nicht an Weihnachten denken lässt, entstammt sui Generis aus der Tradition der christlichen Nächstenliebe, ein Licht in dunkler Nacht für den einsamen Wanderer ins Fenster zu stellen: Hier lebt ein Christ, hier findest Du Obdach und eine Mahlzeit, hier bist Du willkommen.

Diese „Kerzenhalter für die Fenster“ wurden gerade für die Adventszeit in den vergangenen Jahrhunderten immer mehr verziert und „multitaskingfähig“ gemacht: So entstanden schlussendlich handwerklich filigran gestaltete Lichterhalter aus Holz in Form von Pyramiden und Schwibbögen, welche nicht nur durch Lichter, sondern auch durch die gleichzeitige Darstellung winterlicher und / oder christlich-weihnachtlicher Szenarien glänzen.

Berühmt für weihnachtlichen, geschnitzten Holzschmuck wie Lichterpyramiden, Engel, Putten, Nußknacker und Räuchermännchen ist seit Jahrhunderten das Erzgebirge „Arzjebirch“ in Sachsen. Wenn im Winter auf Grund der Witterungsverhältnisse die Arbeit in den Bergwerken ruhte, klöppelten die Damen und schnitzten die Männer. Die so beliebten Schwibbögen würde der gestrenge Volkskundler wohl eher ursprünglich dem Vogtland zuordnen wollen, aber auch die gibt’s heute natürlich im Erzgebirge.

Was liegt da näher, als mal eine Reise ins Erzgebirge zur Adventszeit zu unternehmen? Als Ausgangspunkt bietet sich die frühere „Stadt mit den drei O’s“ an: Karl-Marx-Stadt, heute wieder Chemnitz, von der aus die verschiedenen Highlights des Erzgebirges allesamt gut zu erreichen sind.

Mit den folgenden Impressionen aus Chemnitz, Seiffen und Annaberg-Buchholz (hier mit Bildern der großen Bergmannsknappschaften-Abschlussparade, welche traditionell mit viel „Tschingderassabum“ immer am vierten Advent stattfindet) wünschen wir allen unseren Klienten ein frohes, entspanntes und besinnliches Weihnachtsfest 2014!

Veröffentlicht von

Kai Pöhlmann

Kai Pöhlmann ist Inhaber der ABACUS Nachhilfe Institute Hamburg und Kreis Pinneberg und Gründer des ersten ABACUS-Nachhilfeinstitutes nördlich der Isar.Google+

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